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11. Binger Wald Symposium11. Binger Wald Symposium – Chancen des Erholungsraumes Wald gemeinsam nutzen – Risiken minimieren
Outdoor ist die gesellschaftliche Antwort auf den zunehmend hektischen, reizüberfluteten und bewegungsarmen Alltag. Diesen starken Trend beobachten nicht nur Touristiker, sondern in zunehmendem Maße auch Waldbesitzer und Förster. Wie es sich mit den Chancen und Risiken dieser Entwicklung für die Waldbesitzer verhält, dieser Frage gingen der Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz, der Walderholungsverband Rhein-Nahe und Landesforsten Rheinland-Pfalz beim 11. Binger Wald Symposium nach. Dass Wald weit mehr als eine grüne Kulisse ist betonte Forstministerin Margit Conrad in ihrem Eröffnungsvortrag. Mit 42 Prozent der Fläche stelle er eine Zentralressource der rheinland-pfälzischen Landschaft dar und erfülle in der heutigen Zeit vielfältigste, wichtige Funktionen. Als Ort der Biodiversität und des Klimaschutzes durch Kohlendioxidspeicherung, sei er ebenso hervorzuheben, wie als Lieferant des nachwachsenden Rohstoffs Holz. In dem Zusammenhang verwies sie auf die wirtschaftliche Bedeutung des Sektors Forst, Holz, Papier und Energie als Jobmotor im ländlichen Raum. Im Zusammenspiel mit dem - in vielen anderen Ländern unbekannten - freien Waldbetretensrecht, biete er als Erholungsraum geradezu ideale Vorraussetzungen sowohl für eine hohe Lebensqualität der Bürger, als auch eine erfolgreiche touristische Positionierung. Die Waldbesitzer forderte Conrad auf sich in die touristische Entwicklung im Wald aktiv einzubringen und eigene Ideen zu entwickeln, um von den touristischen Entwicklungen zu profitieren. Die Ministerin erinnerte auch an die umfangreichen Fördermittel, die den Waldbesitzern beispielsweise für Wegebaumaßnahmen zur Verfügung gestellt würden. Diese seien auch als Unterstützung des Landes an die Waldbesitzer zu verstehen, die wachsende Erholungslast zu tragen. Sie kam zu dem Schluss, dass man die verschiedenen Ansprüche an den Wald nur dann nachhaltig und naturverträglich unter einen Hut bringen könne, wenn Waldbesitzer, Förster und Touristiker konstruktiv zusammenarbeiten, gemeinsame Ideen entwickeln und bereit seien Kompromisse einzugehen. Landesforsten Rheinland-Pfalz sei hier ein offener und kompetenter Partner. "Natur ist nicht mehr nur grün, sondern verkörpert für die Gesellschaft heute zunehmend Lifestyle und Gesundheit" diese These vertrat Dr. Achim Schloemer, Geschäftsführer der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH. Nach dem Motto Stärken stärken, konzentriere sich das Land mit der Tourismus-Strategie 2015 deshalb gezielt auf die vier Säulen Wandern, Radwandern, Wein und Gesundheit, die alle in Verbindung mit der einzigartigen Kultur- und Naturlandschaft erst voll zur Entfaltung kommen. Er warb für den Tourismus als bedeutenden Wirtschaftsfaktor und als ein Netzwerk, welches nur in Partnerschaften funktioniert. Die gute Zusammenarbeit mit Landesforsten im Bereich der Prädikatswanderwege zeige den Weg. Das die zunehmende Freizeitnutzung auch zu einer Belastung der Waldbesitzer werden kann, sprach Dietmar Seefeld, Justitiar der Zentralstelle der Forstverwaltung, mit dem unzureichend gelösten Problem der Verkehrssicherungspflicht an. Diese belaste einseitig die Grundeigentümer durch Aufwand und Kosten. Sowohl der Gemeinde- und Städtebund als auch Landesforsten würden es sehr begrüßen, wenn der Umfang der Verkehrssicherungspflicht im Wald – bisher durch Richterrecht definiert -gesetzlich festgelegt und eingeschränkt würde. Die Veranstalter unterstützen in dem Zusammenhang die entsprechende Bundesratsinitiative vom April diesen Jahres zur Änderung des BWaldG. Derzeit bleibt für die Waldbesitzer nur die Option einer einzelvertraglichen Regelung der V S P mit den Projektträgern von Walderholungseinrichtungen. Als Beispiel nannte er die Mustervereinbarung aus dem Wanderwegeleitfaden Rheinland-Pfalz für den Privatwald. Für eine frühzeitige Beteiligung der Waldbesitzer und anderer Interessenvertretungen des Waldes wie Naturschutz und Jagd bei geplanten touristischen Projekten, sprach sich Prof. Ralf Roth, Leiter des Instituts für Natursport und Ökologie der Deutschen Sporthochschule Köln aus. Multifunktionalität ohne Lenkung bietet in vielen Fällen Reibungspunkte. Das gelte selbstverständlich auch für die verschiedenen Erholungsaktivitäten untereinander. Nur im gemeinsamen Dialog und aufgrund sachlich fundierter Bestandesaufnahmen und Anforderungsanalysen finden sich nachhaltig tragfähige Lösungen und können Win-Win-Situationen erreicht werden. Dabei komme man im Rahmen des multifunktionalen Waldes nicht umhin Gebiete mit unterschiedlichen Vorrangleistungen zu definieren. Gerade im Hinblick auf einen prognostizierten wachsenden Erholungsdruck. Als Positivbeispiel verwies er auf das von seinem Institut maßgeblich erarbeitete Nutzungskonzept des Südschwarzwaldes. |
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